Brot und Spiele

Ok, lassen wir den guten Julius C. mal außen vor und betrachten es nüchtern: Lange kann man sich mit dem titelgebenden Grundsatz nicht zufrieden gegeben haben. Relativ schnell war Brot allein nicht mehr genug und auf der anderen Seite des Zauns wurde Zuckerbrot ausgegeben. Doch das gab’s nicht umsonst – wo kämen wir denn da auch hin?! Also kam die Peitsche hinzu und formte ein fröhliches Dreigespann. Wer genug Peitschenhiebe ertrug, durfte sich was vom Zuckerbrot abbrechen. Wenn dann noch genug Zeit übrig blieb, erinnerte man sich sogar daran, dass es auch noch die Spiele gab – die irgendwann mal gereicht haben.

Pile of Shame

Mir fiel das vor ein paar Wochen wieder ein, als der Stapel an Spielen eine signifikante Größe erreichte, die sich oberhalb meiner „Problem“-Wahrnehmungsschwelle einsortierte. Aus alter Gewohnheit bestelle ich einfach alles, was an Spielen rauskommt und interessant scheint, auch wenn die Zeit dafür gerade als „unsicher“ verbucht ist – man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Bringen die emsigen gelben Boten dann die Spiele nach Hause oder findet man eines herrenlos auf seiner Fußmatte – mit letzter Kraft von einem blauen Kollegen abgeworfen – fliegt es erst mal auf besagten Stapel. Dabei spielen die Releases des aktuellen Jahres auf dem „Pile of Shame“ kein Solokonzert, denn nach drei Monaten in Las Vegas, hatte sich ohnehin einiges auf der „To-Play“-Liste angesammelt, schließlich war in den USA keine stationäre Hardware im Gepäck.

Begonnen habe ich vor einiger Zeit mit „Forza Horizon“. Das hat zwar länger gebraucht als gedacht, zog mich dann aber Hals über Kopf in seinen Bann – ich habe sogar dem DLC-Konsortium Geld in den Hals geworfen! Zuletzt habe ich mich vermutlich bei „SSX3“ so freudig in ein Rennspiel verbissen. „Weggespielt“ wurden „Halo 4“ (lecker!), die „Doom 3 BFG Edition“ (*schwelg*) und „Assassin’s Creed III“ (zumindest halb). Letzteres trieb mich an einigen „Schleich“-Stellen aber nachhaltig in den Wahnsinn und wurde von meinem Arzt erst mal weggeschlossen – bis meine Stimmbänder wieder nachgewachsen sind.

Nicht so richtig packen konnte mich das hochgelobte „X-COM“, auch wenn meine Vorfreude auf das Spiel erwähnenswerte Ausmaße erreicht hatte. Konkret hat es mich technisch sehr verschreckt – nicht dass ich einen „Grafik-Brecher“ erwartet hätte, aber die Performance des Spieles nagte heimlich am Spielspaß. Vermutlich braucht es eine zweite Chance.

Gleich zweimal wurde „Dead Space 3“ im Coop durchexerziert. Im Single Player war es zugegeben eine mittlere Entäuschung, da es für meinen Geschmack zu viel grobe Action und zu wenig Rückbesinnung auf das originelle „Dismemberment Gameplay“ des ersten Teils hatte. Über Xbox Live machte es aber zusammen mit dem Leo einen Heidenspaß. Zwischen Trash Talk und „Fellkragen-an-’nem-Raumanzug“-Witzen, ging der Missmut über die plumpe Action schnell unter.

Noch mal Pile of Shame

Während ich auf das Eintreffen von „Tomb Raider“ wartete, das inzwischen „eingetroffen“, aber auch noch genauso „eingeschweißt“ ist, wurde das Coop Gaming mit einem Griff weiter unter dem „Pile of Shame“ fortgeführt: „Borderlands 2“. Das wurde sogar aus Vorfreude direkt mit einem Season Pass versehen. Mehrere Abende machten wir Pandora unsicher, allerdings wollte der Funke – zumindest bei mir – nicht so recht überspringen. Es ist ein toller, einzigartiger Shooter mit einem wundervollen Humor, aber irgendetwas fehlt mir – irgendetwas Essentielles.

Die gute „Lara“ wird vermutlich noch ein paar Tage länger in ihrer Plastikfolie ausharren müssen: „Bioshock Infinite“ ist ja auch noch da. Ich bin inzwischen zwei bis drei Stunden in der Story vorangeschritten und schwer begeistert. Absichtlich habe ich mich von allen Trailern, Previews und Reviews ferngehalten und erkunde Columbia nun völlig unvorbelastet. Das Spiel verbindet einen einzigartigen Art Style mit kurzweiligem Shooter Gameplay. Anders als bei „Dead Space“ nehme ich diesem dritten Teil seiner Serie die dominantere Action-Komponente und das entschlackte Gunplay nicht krumm. Vielleicht, weil es mich regelmäßig mit sehr ruhigen Passagen „abkühlt“, in denen ich so staunend wie schon lange nicht mehr vor dem Bildschirm sitze.

„Last but not least“ hat mich Lynne dazu bewegt nun doch „FarCry 3“ anzufangen. Eigentlich wollte ich dem Spiel, ob seiner Größe, fernbleiben. Aber ich kann es Lynne ja nicht antun, das sie sich drei Stunden Story-Zusammenschnitt auf YouTube reinziehen muss. Somit rotiert es nun ab und an abends in der Konsole. Ich bin allerdings zeitlich doch arg damit überfordert, mich durch die riesige, offene Welt zu kämpfen, um die nächste Story-Sequenz der großartigen Handlung sehen zu können. Vielleicht muss dann doch irgendwann YouTube herhalten.

Damit schließen wir den aktuellen Gaming-Bericht im Resort „Konsole“. Und da bei den ganzen Spielen hier das Brot eindeutig zu kurz gekommen ist, gibt es hier noch ein schönes Foto einer ordentlichen Scheibe.

Brot

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